Heike rockt den Dom

Nach 2 Jahren Sprint, Olympische und Mitteldistanz wurde mir klar: Jetzt ist es Zeit für die Königsetappe: 3,8 km schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 41,295 km laufen.

Nun macht man so ein Projekt ja nicht einfach ins Blaue hinein. Eigentlich mache ich gerne Dinge intuitiv und teste gerne mal was aus. Aber in diesem Fall war mir schon klar, dass ich mir Unterstützung suchen musste, damit ich das Ding gesund und unbeschadet über die Bühne bringen konnte.

Auch brauchte ich die Unterstützung der Familie, denn ohne dies, ist ein solches Projekt von Anfang an zum scheitern verurteilt. Ohne die bedingungslose Unterstützung meines Mannes wäre dieses Unterfangen nicht möglich gewesen.

Also fand ich in Jörg Birkel einen erfahrenen Sportwissenschaftler, der mich das ganze Jahr über motivierte, forderte und vor allem beratend zur Seite stand. Zu Anfang musste er sich an meine unorthodoxe Feedback-Gestaltung gewöhnen, die bei mir so gegen Null tendierte. Aber im Laufe der Zeit haben wir prima zueinander gefunden.

Jörg hat die Trainingspläne immer individuell angepasst und meine schon geplanten Wettkämpfe mit eingeplant.

Erste Tests um mein Leistungsniveau festzustellen wurden gemacht. Um GA1, GA2 usw festzulegen. Denn: Tempogefühl habe ich gar keines. Insbesondere beim schwimmen und radeln. Laufen ist meine Königsdisziplin – da geht immer was.

Zu Anfang war ich doch sehr erstaunt, wie die Qualität des Trainings sich für mich veränderte. Selbst nach kurzen Einheiten war ich anfangs völlig KO.

Meinen Ultralauf und die Marathons in der Vorbereitung wurden in diesem Jahr moderat gelaufen. Anfang des Jahres kam dann eine Grippe dazu, die mich um einiges zurück geworfen hat. Auch da haben Markus und Jörg die Handbremse für mich gezogen, im nach hinein würde ich sagen alles richtig gemacht !

Da war er nun, MEIN Tag! Um 3:50 Uhr ging der Wecker, die Startunterlagen habe ich schon am Vortag abgeholt. Rad und Wechselklamotten waren schon vor Ort.

Ich brauche morgens ca 1,5 std um in denTrab zukommen. Das sollte an diesem Tag genau so sein. Anfahrt in 1:20 std bis Köln wegen diverser Baustellen. Und Wechselzone wollte ich noch checken. Es regnete und die Wechselsachen mussten ordentlich verstaut werden.

Um 7.00 Uhr ging der Startschuss für die Profis, davon habe ich nichts mitbekommen.

Da wir schon um 7:05 Uhr starteten, schwammen wir schon Richtung Wasserstart.

Und was soll ich sagen, die Anspannung wich der Vorfreude auf diesen tollen Tag und zauberte mir ein Lächeln in mein Gesicht. Magic Moment, schon bei diesem Start wusste ich: Das ist Dein Tag !

Ungewisse Freude auf das, was mich erwarten sollte in den nächsten Stunden, verliehen mir unbändige Energie. Mir war als könnte ich Bäume ausreissen und doch ermahnte ich mich „Hey das wird Neuland für dich, tu es hösch“.

Die Regattastrecke am Fühlinger See hat eine Besonderheit: Die gespannten Leinen  ca. 1,5 m Unterwasser ermöglichen einem ohne Orientierungsblick zu schwimmen.

Wie gesagt es regnete und stürmte so das man auf der Hinstrecke ordentlich zu kämpfen hatte, aber auf dem Rückweg hatte ich das Gefühl ohne Energieaufwand durchs Wasser zu gleiten. Perfekt. So konnte ich sehr entspannt auf mein Rad wechseln.

Die Radstrecke war nass und rutschig und zu allem Überfluss folgten Gewitter und Sturmböen von 58 km/h. Eigentlich ungemütlich und ich habe Angst vor Gewittern, aber hey an diesem Tag war ich die Königin der Strasse ;). Auf dem offenen Feld bin ich dann doch in die Aeropostition gegangen, weil ich selbst bei meiner Größe dort der höchste Punkt war.

Nass bis auf die Knochen ging es dann auf die Laufstrecke. Als ich die Wechselzone verließ sagte ich laut zu mir selbst „boahr wie geil endlich laufen“. Die Zuschauer schüttelten den Kopf, als wenn ich nicht mehr ganz bei Trost wäre. Ich habe mich einfach nur gefreut endlich zu laufen!

Diese Strecke hatte es in sich! 3 mal über die Brücke mit – haltet euch fest : Wendeltreppe! Die bin ich nur bei der ersten Runde gelaufen, danach nicht mehr.

In der letzen Runde wurde ich noch von Athleten gefragt was ich denn genommen hätte, weil ich noch so flott unterwegs war… unbezahlbar! 😉

Kurz vor dem Ziel  übergab mein Mann mir die Fortuna Düsseldorf Flagge, mit der ich dann gegenüber der Bahnhofskapelle ins Ziel lief.

Nach 12:07 h ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen. Danke Markus ! <3

Ich muss gestehen, dank der guten Vorbereitung hatte ich noch nicht mal Muskelkater am nächsten Tag. Schon ein bisschen spooky 😉

 

 

 

 

 

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